Sonntagsgedanken

Gib Acht auf Emotionen und Gefühle

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26/08/2018

Wir kennen es alle. Man hat einen schlechten Tag und ist einfach nicht in guter Form.

 

Und während wir den meisten Menschen um uns herum etwas vormachen können, bleibt dies von unseren Pferden selten unbemerkt.

 

Pferde sind äußerst sensibel und haben eine hohe Wahrnehmung für ihre Umgebung und alles, was um sie herum passiert, einschließlich unserer Anwesenheit. Neben dem sehr Offensichtlichen erkennen und reagieren sie auch auf sehr feine Hinweise und auf Emotionen, wie beispielsweise unsere Körpersprache, Gesichtsausdrücke, unsere Laune und unsere innere Einstellung zu ihnen.

 

In Studien wurde unter anderem gezeigt, dass Pferde nicht nur zwischen verärgerten und freudigen menschlichen Gesichtern unterscheiden können, wenn ihnen Fotos dieser Gesichter vorgelegt wurden. Sie erinnerten sich auch an diese vorherige Emotion zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sie dem jeweiligen Menschen begegneten, der dann einen neutralen Gesichtsausdruck zur Schau trug. In einer anderen Studie wurde die Herzfrequenz von Pferden gemessen, während sie von einer Person gestreichelt wurden. Die Menschen, die die Pferde streichelten, wurden in drei Gruppen eingeteilt: eine mit einer positiven Einstellung zu Pferden, eine mit einer negativen Einstellung und eine weitere, die sich aus Personen aus einem Reitverein zusammensetzte. Es stellte sich heraus, dass die Herzfrequenz der Pferde deutlich anstieg, wenn sie von einem Menschen aus der Gruppe mit negative Einstellung gegenüber Pferden gestreichelt wurden, während beim Streicheln durch eine Person aus den beiden anderen Gruppen keine oder nur eine geringe Veränderung stattfand.

 

Wenngleich ich davon ausgehen möchte, dass jeder der dies liest, eine positive Einstellung gegenüber Pferden hat, macht es die allgemeine Sensibilität von Pferden für unsere Launen und inneren Gemütszustand sehr deutlich. Und wir sollten dies nie vergessen, wenn nicht alles glatt und rund läuft.

 

Zunächst ist es immer eine gute Idee kurz innezuhalten, bevor wir den Stall, den Hof, die Koppel, etc. betreten, und eventuell erst mal tief durchzuatmen und die Dinge, die uns Kummer und Sorge bereiten oder uns ärgern, los und hinter uns zu lassen – zumindest für den Moment.

 

An einem schlechten Tag versuche ich außerdem, wenn möglich, jeden Druck herauszunehmen. Gestaltet die Dinge einfach und versucht nicht, etwas Neues einzuführen.

 

Es kann auch ein guter Zeitpunkt sein, um einfach “nur” Zeit mit dem Pferd zu verbringen, spazieren zu gehen, an der Hand grasen lassen, Zeit auf der Koppel zu verbringen, eine ordentliche Putzeinheit einzulegen, leichte und verspielte Bodenarbeit zu machen etc.

 

Und genießt die Verbindung und den Trost, den Pferde uns so erfolgreich zu geben bereit sind!

 

 

Foto: (c) Fotolia – Pelana

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ISABELL FREUND
IRELAND & GERMANY

Certified Equine Acupressure Practitioner