Sonntagsgedanken

Atmen nicht vergessen

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12/08/2018

Als ich gestern mit meiner Stute ausreiten war, wurde ich wieder mal daran erinnert, wie wichtig das Atmen beim Reiten ist. Wir wurden mit einem „pferdefressenden Monster” in Form eines unbekannten Gegenstands am Boden konfrontiert, vor dem sie zunächst scheute und der ihr überhaupt nicht geheuer war. Außer dass ich sie aufforderte weiter vorwärts zu gehen, um uns dem „Monster” zu stellen, war meine Antwort auf ihre Reaktion, mich noch mehr zu entspannen und sehr bewusst zu atmen, um die Entspannung meines ganzen Körpers zu unterstützen, und ihr zu signalisieren, dass sie sicher und dass alles in Ordnung ist. Woraufhin wir uns dem furchteinflößenden Gegenstand ohne größere Schwierigkeiten nähern, ihn erkunden und passieren konnten.

 

In solchen Situationen ist unsere natürliche, instinktive Reaktion oft das Gegenteil. Häufig vergessen wir das das Atmen und unser gesamter Körper verkrampft sich und ist voller Anspannung. Das Problem ist, dass dies die Lage eher verschlimmert. Es signalisiert Angst und damit Gefahr für das Pferd und bestätigt es in seiner Sorge und Furcht. Die Lösung des Pferdes hierfür ist Flucht. Nicht unbedingt das von uns Gewünschte.

 

Die Antwort des Pferdes auf unsere Atmung ist nicht nur in Situationen von Bedeutung, in denen das Pferd scheut oder Angst hat, sondern immer dann, wenn wir reiten oder anders mit Pferden umgehen. Flache Atmung erzeugt Anspannung und Starre in unserem Körper. Wir setzen unseren Körper nicht so effektiv wie möglich sein, aber wir signalisieren unseren Pferden zudem, dass es Grund zur Sorge und zur Furcht gibt und dass die Lage nicht sicher ist.

 

Wenn wir unserem Atem stattdessen erlauben, tief in unseren Körper hineinzufließen, versorgen wir unseren Körper nicht nur mit mehr Sauerstoff, sondern wir erzeugen auch Ruhe und Losgelassenheit in unserem Körper, was dem Pferd Sicherheit vermittelt und es in seiner eigenen Losgelassenheit und Entspannung unterstützt.

 

Es ist hilfreich, uns unserer Atemmuster sowohl bei Reiten und beim Umgang mit dem Pferd als auch ohne Pferd bewusst zu werden. Atmest Du tief in Deinen Körper hinein, und nutzt dabei den gesamten Oberkörper? Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Atem nur den Oberkörper erreicht – wie es bei vielen Menschen der Fall ist – übe bewusstes Ein- und Ausatmen und lasse dabei die Luft tief in Deinen Bauchbereich strömen. Beobachte, was dabei mit Deiner Atmung und dem Rest Deines Körpers geschieht. Je mehr wir üben, umso mehr wird diese Form des Atmens zur Gewohnheit.

 

 

Picture: Fotolia (c) Nadine Haase

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ISABELL FREUND
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Certified Equine Acupressure Practitioner