Sonntagsgedanken

Verbindung zu Pferden

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05/08/2018

Manchmal sehen wir Menschen mit ihren Pferden, die eindeutig eine ganz besondere Verbindung miteinander haben. Alles macht den Anschein von Mühelosigkeit, Leichtigkeit und Harmonie, was den Eindruck einer Art Magie erweckt, die schwer, wenn nicht unmöglich nachzuahmen ist.

Allerdings ist diese “Magie” häufig in einer Kombination verschiedener Aspekte verwurzelt, die überhaupt nicht geheimnisvoll sind, beispielsweise:

  • Das Wesen der Pferde verstehen

Um mit Pferden erfolgreich zu arbeiten, müssen wir ein klares Verständnis und Kenntnisse ihrer natürlichen Verhaltensweisen und ihres Lernverhaltens besitzen, über ihr Sozialverhalten, ihre Kommunikation, was sie motiviert, welche Bedürfnisse sie haben. Je mehr wir sie verstehen, umso besser können wir ihr Verhalten nachempfinden.

  • Klarheit in Kommunikation und Körpersprache

Wir müssen klar und beständig kommunizieren, ohne mehrdeutige Signale zu übermitteln. Körpersprache und Anweisungen müssen eine Form einnehmen, die das Pferd verstehen kann. Mit Beständigkeit wird Vertrauen durch die Verlässlichkeit und Vorhersagbarkeit unserer Handlungen gefördert.

  • Beobachten und Zuhören

Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, Pferde zu “lesen”, sollte immer weiter verfeinert werden, da sie unsere Fähigkeiten verbessern, auf Pferde bei der gegenseitigen Kommunikation angemessen zu reagieren.

  • Motivation und Belohnung

Belohnungen sind ein großartiger Motivator für Pferde und sollten großzügig eingesetzt werden. Wenn wir viele positive Erfahrungen für Pferde erschaffen, erleichtern wir ihnen, mit uns zu sein und unserer Führung zu folgen.

  • Sicherheit und Wohlbefinden

Die Umgebung, die wir unseren Pferden anbieten, sollte immer von Sicherheit und Wohlbefinden geprägt sein. Das Lernvermögen von Pferden wird unter Stress beeinträchtigt. Und wenn wir wohl nicht alle Stressquellen vermeiden können, hat das Erzeugen von unnötigem Stress keinen Wert.

Werden Pferde unter stressreichen Umständen und mit viel Druck ausgebildet, so scheinen diese Methoden manchmal zu funktionieren. Jedoch ist dies üblicherweise der Fall, weil die Pferde aufgeben und dicht machen, da sie lernen, dass ihre Kommunikation nicht gehört wird. Es handelt sich nicht um echte Verbindung.

  • Kontinuierliches Lernen, Bescheidenheit und Unvoreingenommenheit

Pferdeleute werden normalerweise gemacht, nicht geboren. Viele von ihnen haben eine natürliche Begabung und einen inneren Ruf, jedoch braucht es mehr als das. Hinzu kommt die Bereitschaft zu harter Arbeit, weiterzumachen und bei Rückschlägen nicht aufzugeben. Sie hören nie auf zu lernen und sind offen für Neues gepaart mit Bescheidenheit und tiefer Liebe für Pferde.

Wenn wir verstehen, dass der Weg und die kleinen Schritte wichtiger sind als das Endziel, wird vieles leichter. Wir können dann einfach den Prozess genießen anstatt darüber frustriert zu sein, dass wir nicht schnell genug ankommen, und in Versuch zu geraten, Abkürzungen zu nehmen.

  • Gespür

Gute Pferdeleute kommunizieren mit Pferden über ihr “Gespür”, was das Vorgenannte umfasst, aber auch einen verfeinerten Gebrauch ihrer Sinne und ihrer Energie sowie Empfangsbereitschaft und Offenheit gegenüber den Pferden miteinschließt.

Und vielleicht liegt hierin sogar ein Hauch von Magie.

 

Bild: Fotolia (c) nikidericks

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Certified Equine Acupressure Practitioner