Gedanken zu Pferden

„Softening“

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27/08/2017

In Umgebungen, in denen Menschen und Pferde aufeinandertreffen, können wir oft viel Druck und Kontrolle wahrnehmen und beobachten – auch wenn diese subtil sein können. Viele von uns haben gelernt und sind in dem Glauben aufgewachsen, dass diese Art der Kontrolle und die Formen des Drucks, die diese nach sich zieht, normal und notwendig sind. Und die Pferde haben sich, ebenso wie wir, daran gewöhnt, auf der Empfängerseite davon zu sein.

Wenn wir dieses Muster ändern und uns von der einseitigen Ausübung von Kontrolle hin zu authentischeren und aufrichtigeren Interaktionen und Dialogen bewegen, die Pferden erlauben, den Zustand der erlernten Hilflosigkeit zu verlassen und sich mit einer klareren “Stimme” zu äußern, können wir Momente erleben, die von Verwirrung und Durcheinander geprägt sind: die ‚Regeln‘ sind nicht mehr klar und die Beziehung benötigt etwas Zeit, um sich neu zu sortieren und zu definieren.

Wenn wir dies zulassen und uns durch diesen Zustand der Unsicherheit hindurchbewegen, anstatt ihn zu unterbinden, können wir ein „sanftes Nachgeben und Weicher werden“ (Softening) erleben – von uns selbst aber auch von unseren Pferden. Und auf dieser Basis erhält unsere Arbeit die Gelegenheit, mehr Leichtigkeit und Harmonie einzuladen.

Pferde sind sehr gerne bereit, mit uns zu kooperieren, und sehr gut in der Lage, dezente und feine Hinweise wahrzunehmen und zu verstehen, wenn sie hierzu mit entsprechender Ausbildung und angemessenem Umgang die Chance erhalten.

 

Bild: (c) Ingairis – Fotolia #122910028

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